Wohin mit den Schneemassen? Die Spezialisten vom Maschinenring sind derzeit im Westen Österreichs im Dauereinsatz, um gesperrte Straßen und Bahnstrecken von Schnee und Bäumen zu befreien.
© Foto: MR Vorarlberg
Immer wieder gesperrte Bergstraßen und Bahnstrecken wegen der hohen Lawinengefahr. Helfer, zum Teil auch Hilfskräfte von den benachbarten Bundesländern, versuchten Bundesstraßen von Schnee und umgefallenen Bäumen zu befreien, um die Verbindungen wiederherzustellen. Allein in Tirol und Osttirol sind rund 400 Maschinenring-Dienstleister an der Schneefront tätig. Die Koordination dazu übernehmen die lokalen Büros, die derzeit rund um die Uhr arbeiten, so Patrick Rauter vom Maschinenring Service Tirol.
Neben der Schneeräumung von Straßen und Parkflächen sei vor allem das Räumen von gewerblichen und privaten Objekten vordringlich, da unzählige Dächer von der enormen Schneelast befreit werden müssten. In der gesamten Region drohen Dächer den Schneemassen nicht mehr standzuhalten, teilt der Maschinenring mit. Zuweilen wurden MR-Forstarbeiter auch für das Fällen und den Abtransport geknickter bzw. querliegender Bäume eingeteilt (siehe auch Seite 15).
Ob mit Schneeschaufel, Schneepflug oder Streuwagen dem Winter wird der Kampf angesagt, so Günter Wohlgenannt vom Maschinenring Service Vorarlberg. Damit beim ersten Schneefall auch alles glatt über die Bühne geht, waren die Vertriebsmitarbeiter zuvor intensiv mit der Organisation des Winterdienstes beschäftigt. Bei Schneefall rückten rund 130 MR-Service-Winter-Dienstleister aus, um bei den gut 900 betreuten Objekten für geräumte Straßen, Parkplätze, Gehsteige etc. zu sorgen. Der Vorarlberger Maschinenring-Service koordiniert den Winterdienst für Kommunen, Unternehmen, Objektbetreiber und private Eigentümer bis in die entlegensten Winkel Vorarlbergs. Wenn die Ernte eingebracht ist und die Vorarbeiten für die kalte Jahreszeit erledigt sind, rüsten immer mehr Landwirte ihren Traktor mit dem Schneepflug und/oder Salzstreugerät aus, um so die Geräte noch besser auszulasten und ein Zusatzeinkommen im Winter zu erzielen. Zu den namhaften Kunden zählen die Österreichische Bundesbahn, für die der Maschinenring Service den Winterdienst auf sämtlichen Bahnhöfen in Vorarlberg erledigt. Außerdem die Bundesimmobiliengesellschaft, diverse Gemeinden Vorarlbergs, aber auch Unternehmen wie die A1 Telekom Austria sowie mehrere der großen österreichischen Handelsketten. Wenn es mehr Dienstleister gäbe, könnte das zu bewältigende Pensum noch besser verteilt bzw. noch weitere Kunden angenommen werden, verlautete vom MR Vorarlberg. "Der laufende Großeinsatz zeigt", so MR-Bundesobmann Hans Peter Werderitsch, "dass unsere ambitionierten Mitarbeiter in der Lage sind, auch auf extreme Anforderungen richtig zu reagieren." Und ergänzend fügt Bundesgeschäftsführer Matthias Thaler hinzu: "Die derzeitigen Witterungsverhältnisse verdeutlichen, dass es für Kommunen, Unternehmen und Private immer schwieriger wird, den Winterdienst zu planen. Wir stellen gerade jetzt unter Beweis, dass wir auch unter diesen Umständen einwandfrei arbeiten." Für Landwirte bringe die Abwicklung des Winterdienstes über den Maschinenring zahlreiche Vorteile, wie es heißt. Neben einer besseren Auslastung der eigenen Maschinen in den landwirtschaftlich ruhigen Monaten könnten sie mit ihrer Arbeitskraft ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften. Die Abrechnung und die Auszahlung an die Landwirte erfolge stets im Laufe des Folgemonats nach dem Einsatz. Das finanzielle Ausfallsrisiko und eine mehrmonatige Vorfinanzierung übernimmt der Maschinenring. Da es sich beim Winterdienst mit Ausnahme land- und forstwirtschaftlicher Flächen um eine gewerbliche Tätigkeit handelt, ist die Abwicklung über ein angemeldetes Gewerbe notwendig. Die Landwirte hätten ein Dienstverhältnis und seien sozialversicherungsrechtlich abgesichert. Eventuelle Sach- oder Personenschäden sind durch eine Betriebshaftpflichtversicherung gedeckt. Ausgenommen seien Schäden, für die die Kfz-Versicherung des Winterdienstfahrzeuges zuständig ist. Generell stellen die Maschinenringe drei Winterdienst-Pakete zur Wahl. Geht es beim "Basispaket Sicherheit" primär um die Schneeräumung und Streuung samt Übernahme der Haftung für die vereinbarten Leistungen, so erweitert sich das Servicespektrum beim "Komfort-Paket Sicherheit" um Begleitarbeiten wie beispielsweise Kehren und Entsorgen von Streugut im Frühjahr. Das "Rundum-sorglos-Winterdienstpaket" wiederum steht für beste Servicequalität, denn hier übernimmt der Maschinenring alle Winterarbeiten. Im Winterdienst werden nach Angaben des Maschinenrings Österreich landesweit mehr als 15 000 Objekte von rund 4800 Dienstleistern betreut. Da sich die Rahmenbedingungen am Markt laufend änderten, verlange dies hohe Flexibilität von den Auftragnehmern und den Mitarbeitern in den Maschinenring-Büros. Eine Herausforderung, der man sich eigenen Angaben zufolge aber gerne stellt. Der Marktführer auf diesem Gebiet verfährt dabei immer nach der Devise: "Bester Service und größtmögliche Sicherheit für die Kunden."
Paul Kannamüller