Mittwoch, 23.05.2012
Deutschlands landwirtschaftlich genutzte Fläche drittgrößte in der EU
München - Deutschland gehört neben Frankreich, Italien und Spanien zu den vier größten Agrarproduzenten in der Europäischen Union (EU).
Diese vier Länder tragen schon seit Jahren zusammengenommen
zu mehr als der Hälfte der gesamten Bruttowertschöpfung der europäischen
Landwirtschaft bei. Mit 16,7 Millionen Hektar (ha) verfügte Deutschland im Jahr 2010 zudem
über die drittgrößte landwirtschaftlich genutzte Fläche in der EU. Hiervon lagen 3,1 Millionen
ha in Bayern.
Dabei sind die Produktionsbedingungen der 299 000 landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland
sehr vielfältig und von zahlreichen Kontrasten zwischen den Regionen gekennzeichnet.
Die Haltung von Rindern bildet in den Voralpen und Mittelgebirgslagen, aber auch im Norddeutschen
Tiefland den Produktionsschwerpunkt der meisten Landwirte. So werden in Bayern
mit knapp 3,4 Millionen Rindern gut ein Viertel des deutschen Rinderbestands gehalten. Der
Ackerbau ist dagegen für knapp drei Viertel der Betriebe in den fruchtbaren Bördegebieten
zwischen Hildesheim und Magdeburg der dominierende Betriebszweig. Entlang des Rheins
und seiner Nebenflüsse hat sich der Weinbau als Produktionsschwerpunkt etabliert.
Diese und weitere Regionalergebnisse der Landwirtschaftszählung 2010 haben das Statistische
Bundesamt (Destatis), das Statistische Landesamt Baden-Württemberg und das Statistische
Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein heute auf einer Pressekonferenz zum Thema
„Agrarstrukturen in Deutschland – Einheit in Vielfalt“ anlässlich der Messe „Agritechnica 2011“
in Hannover vorgestellt.
Ein wichtiger Faktor in der deutschen Agrarlandschaft ist der Ökolandbau, der im Laufe der
letzten zehn Jahre einen kontinuierlichen Aufschwung erfahren hat. Im Jahr 2010 war bereits
mehr als jeder zwanzigste Landwirtschaftsbetrieb nach den Ökokriterien zertifiziert. Auch hier
gibt es regionale Schwerpunkte: Mehr als die Hälfte der Ökobetriebe wirtschaftete 2010 in
Bayern (5 700 Betriebe) und Baden-Württemberg (3 000 Betriebe). Absolut gesehen war die
ökologisch bewirtschaftete Fläche in Bayern (190 600 Hektar), Brandenburg (140 300 Hektar),
und Mecklenburg-Vorpommern (117 300 Hektar) am größten. Besonders hohe Flächenanteile
von 15 % und mehr wurden gebietsweise im östlichen Brandenburg, in den Voralpen und in
einzelnen Mittelgebirgsregionen erreicht.
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Pressemitteilung
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Um ihre Einkommensmöglichkeiten zu erweitern, sind Landwirte zunehmend als „Energiewirte“
tätig. Bereits 37 400 Betriebe haben das Zukunftsfeld Erzeugung erneuerbarer Energien
aus Wind, Sonne und nachwachsenden Rohstoffen für sich entdeckt. Der Schwerpunkt für
diesen Betriebszweig liegt im Nordwesten und im Süden Deutschlands, wo insbesondere in
Bayern 13 650 „Energiewirte“ tätig sind. Am häufigsten waren Investitionen in Solartechnik,
deutlich kapitalintensiver und damit weniger häufig sind Windkraft- oder Biogasanlagen. In
den ostdeutschen Bundesländern ergänzt fast jeder zehnte Betrieb seine Produktionspalette
mit vertraglichen Arbeiten für andere Betriebe und Kommunen. Urlaub auf dem Bauernhof
und weitere Aktivitäten im Bereich Fremdenverkehr und Freizeit sind die häufigsten Einkommenskombinationen
von landwirtschaftlichen Betrieben in den klassischen Urlaubsregionen in
den Alpen, an der Mosel, in Ostholstein und auf Rügen.
Weitere Regionalergebnisse zu Größe und Struktur landwirtschaftlicher Betriebe, deren Flächenbewirtschaftung
und Viehhaltung, den Pachtentgelten und der Bewässerung als spezifischer
Maßnahme der Bodenbewirtschaftung sowie zu den Themen Arbeitskräfte und Hofnachfolge
finden sich in der Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes
und der Länder „Agrarstrukturen in Deutschland – Einheit in Vielfalt“. Diese steht auf der
Internetseite www.statistikportal.de im Bereich Veröffentlichungen unter dem Stichwort
„Landwirtschaftszählung 2010“ zum Download bereit.
Weitere Auskünfte geben: Statistisches Bundesamt,
Barbara Joisten,
Telefon: (0611) 75-8817,
www.destatis.de/kontakt
Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
Dr. Nina Stückrath,
Telefon: (089) 2119-434
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