Rückstetten/Westerndorf St. Peter/Aschheim - Regionalversammlungen des Zuchtverbandes Schwarz- und Rotbunt.
Die ausgezeichneten Mitglieder der Region Mitte: (v. l.) Martin Musserer, Franz Rossnagl, Anton Braun, Martin Niedermair, Peter Kolb, Adolf Bell und Thomas Müller.
Die Mitglieder des Zuchtverbandes Schwarzbunt und Rotbunt Bayern e. V. (SRB) der Bezirke Oberbayern Ost, Mitte und West blickten bei ihren Regionalversammlungen auf ein positives Jahr zurück. Insgesamt entwickelten sich die Zahlen positiv und die Nachfrage nach Zuchtvieh ist nach wie vor gut. Zuchtleiter Lorenz Leitenbacher zeigte in seinem Referat auf, dass die Holsteinzucht zum Klimaschutz beiträgt und wie realitätsfern die Vergleiche der Autoindustrie mit der Nahrungsmittelerzeugung und dem dadurch entstehenden Ausstoß von Treibhausgasen sind. Die Zahl der Herdbuchkühe ist leicht gestiegen und liegt jetzt bei den Schwarzbunten (SB) bei 28 921 und den Rotbunten (RB) bei 3034 Tieren, obwohl die Mitgliederzahl leicht auf 900 gesunken ist. Die Leistungsentwicklung stieg weiter und die durchschnittliche Milchleistung im Jahr 2011 betrug bei den SB 8794 kg und bei den RB 8470 kg. Wie Leitenbacher sagte, liegt die Schwelle von 9000 kg in greifbarer Nähe und in einer Reihe von Holsteinzuchtgebieten werde sie bereits deutlich übertroffen. So liegt die Oberpfalz mit knapp 9550 kg an der Spitze. Die Auktionen verliefen gut und die Preise stiegen. Was auf eine massive Nachfrage nach Jungkühen hinweise, so Leitenbacher. Im Exterieur habe sich bei den Jungkühen sehr viel getan.
Einleitend zu seinem Fachvortrag "Holsteinzucht: Klimaschutz durch gesunde und leistungsstarke Tiere" meinte Leitenbacher, dass es schon verwunderlich sei, wie in der Diskussion um Treibhausgase die Fakten über die Landwirtschaft und die Autoindustrie verbogen würden. Es werde völlig außer Acht gelassen, dass ein Auto fossile Energie verbrenne und als Abgase emittiere, während Wiederkäuer wie Kühe im geschlossenen Kreislauf leben und nachwachsende Pflanzen aufnehmen. Wie Leitenbacher weiter ausführte, bringe eine Hochleistungskuh in jeder Hinsicht Einsparungen. Bei der Zucht bilde die Lebensleistung einhergehend mit der Leistungssteigerung einen wichtigen Ansatzpunkt. Somit hat neben der Leistung die Nutzungsdauer einen hohen Stellenwert im Gesamtzuchtwert. Durch den bestehenden Grundbedarf der Kuh steige die Energieersparnis mit jedem Liter Milch, den die Kuh mehr gebe. Hinzu komme, dass die Kuh durch die Bakterien im Pansen die Fähigkeit besitze, faserreiche Futterstoffe in Energie umzusetzen. Diese Fähigkeit fehle vielen anderen Tieren und auch den Menschen und somit trete die Kuh nicht als Nahrungskonkurrent auf, sagte Leitenbacher. Nach seinen weiteren Ausführungen hat der jüngste Bullenjahrgang mit Zuchtwerten aus der regulären Nachkommenprüfung das vorgeschätzte genomische Potential eindrucksvoll bestätigt. Zunehmend wichtig werde es in Zukunft sein, Stieren mit alternativen Abstammungen genügend Chancen zu geben, um die Blutlinie auf eine breite Basis zu stellen. Um erfolgreich zu sein, müsse man sich ständig weiterbilden und sich Fachinformationen besorgen, wie es die Mitglieder des SRB in ihren Versammlungen vorbildlich praktizierten, sagte der stellvertretende BBV-Bezirkspräsident Anton Kern. Leistungssteigerungen seien auch die Leistungen der Bauern und Bäuerinnen. Bei den Betriebsauswertungen zeige sich immer wieder, dass die Schere der Produktionskosten weit auseinandergehe. Darum müssten die Landwirte ihre Betriebsabläufe kritisch durchleuchten. Die Milchwirtschaft in seinem Heimatlandkreis Berchtesgadener Land habe auf Dauer Chancen und er sei froh, dass hier die Entwicklung der Biogasanlagen nicht den gleichen Weg genommen habe wie teilweise im Nachbarlandkreis Traunstein, sagte Kern. So gebe es dort im nördlichen Landkreis eine Gemeinde mit 14 Biogasanlagen, deren Flächenbedarf die eigene Gemeindefläche überschreite, so Kern. Für einen Stalldurchschnitt von über 10 000 kg Milch im Jahr gab es bei den Versammlungen Urkunden. In der Region West wurden ausgezeichnet: Hans Josef Landes aus Rennertshofen, Heinrich Ehrl aus Kirchdorf, die Spundershof GbR aus Altmannstein, Johann Hartmann aus Dachau, Johannes Mundigl aus Taufkirchen, Georg Lang jun. aus Hohenschäftlarn und Johann Kauderer aus Holzkirchen. In der Region Mitte waren es Martin Musserer aus Bruckmühl, Thomas Müller aus Kolbermoor, Anton Braun aus Brannenburg, Simon Schmuck GbR aus Reichertsheim, Adolf Bell aus Tuntenhausen, Richard Zollner aus Pfaffing, Peter Kolb aus Bruckmühl, Martin Niedermair aus Schechen, Otto Baumgarten aus Mühldorf, Franz Rossnagl aus Bruckmühl und Sebastian Oswald aus Aßling. Und in der Region Ost erhielten Urkunden: Konrad Weindl aus Altötting, Wilhelm Eder aus Pittenhart, Englbert Steiner aus Übersee, Johann Dusch aus Ainring, Heinrich Sax aus Tacherting, Georg Auer aus Freilassing, Peter Eder aus Piding, Peter Auer aus Saaldorf, Johann Thanbichler jun. aus Teisendorf und Stefan Gumpold aus Ainring.
MP