Mittwoch, 23.05.2012
Mit Vorurteilen aufgeräumt
Berlin - Der Verband Deutscher Agrarjournalisten (VDAJ) hat seinen Kommunikationspreis 2012 an Winand von Petersdorff vergeben. Der Preisträger überzeugte die Jury mit seinem Beitrag „Die sieben Mythen im Dioxinskandal“, der am 23. Januar 2011 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung publiziert wurde.
v.li.: Ministerin Ilse Aigner, der Preisträger Winand von Petersdorff, VDAJVorsitzende
Dr. Katharina Seuser und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner.
© Foto: Krick/VDAJ
Bundesministerin
Ilse
Aigner und Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes,
übergaben den Preis am 19. Januar 2012 im Rahmen der VDAJPressegespräche
auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.
Winand von Petersdorff-Campen ist stellvertretender Leiter der Ressorts „Wirtschaft“
sowie „Geld&Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. In seinem Beitrag
„Die sieben Mythen im Dioxinskandal“ räumt er mit zahlreichen Vorurteilen auf, die die
Landwirtschaft betreffen. „Winand von Petersdorff-Campen hat mit seinem Artikel die
Landwirte aus der Schusslinie genommen“, begründet die VDAJ-Vorsitzende Katharina
Seuser die Entscheidung der Jury. Der Beitrag zeichne ein realistisches Bild der modernen
Futtermittelversorgung, die keineswegs nur die sogenannte „industrielle Landwirtschaft“,
sondern auch den Biobauern oder den
Landwirt von nebenan betreffen
kann. In der heißen Phase der Dioxinkrise habe der Beitrag zur Versachlichung beigetragen.
Für Winand von Petersdorff-Campen ist der Preis etwas Besonderes: „Es ist eine große
Anerkennung für mich, dass Agrarjournalisten als Experten auf diesem Gebiet meinen
Artikel würdigen.“ Seine Familie freut sich mit ihm: „Diesen Preis kann ich auch
meinen Eltern erklären“, sagt er. Winand von Petersdorff-Campen wuchs auf einem
Bauernhof in Seesen am Harz auf. Der enge Kontakt zur Landwirtschaft ging nie verloren;
heute bewirtschaftet der Bruder den vormals elterlichen Betrieb.
Die Landwirtschaft hält Winand von Petersdorff-Campen für ein Zukunftsthema. Die
Mythen, gegen die er anschreibt, basieren auf heute oftmals vorherrschenden romantischen
Vorstellungen, dass die Landwirtschaft noch so sein sollte, wie vor der Industrialisierung.
Der Preisträger erklärt, warum Landwirte heute Futter für ihre Tiere zukaufen,
dass der Verzicht von Fleisch und Milch nicht grundsätzlich vor Umweltgiften schützt
und dass auch die Bio-Landwirtschaft nicht vor Futtermittelskandalen geschützt ist. Der
Autor kratzt in seinen Ausführungen nicht nur an der Oberfläche, sondern erklärt Hintergründe
und Zusammenhänge. Wortwahl und Sprachstil sind so verständlich, dass er
mit seinem Beitrag ein breites Publikum erreicht. Dabei beschönigt er nichts und zeigt
auch die Schwachstellen in der arbeitsteiligen modernen Lebensmittelerzeugung auf.
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