Mittwoch, 23.05.2012
Landtechnikhersteller erwarten gute Zeiten für Milchviehhalter
Frankfurt am Main - Prognostisch gesehen ist mit einem anhaltend positiven Trend für die Milchpreise zu rechnen, so die einhellige Expertenmeinung im Rahmen des VDMA Milchforums 2012, das am 6. und 7. Februar in Frankfurt tagte.
Dr. Torsten Hemme, IFCN; Johannes Krebbers, Landwirt; Dr. Joachim W. Hesse, Universität Gießen; Dr. Bernd Scherer, VDMA (v. l. n. r.)
© VDMA
„Fast 90 Prozent der Milchprofis beurteilen ihre aktuelle Lage gemäß unserem Investitions- und Konjunkturbarometer als gut oder zufriedenstellend – ein Wert, der nur selten gemessen wird“, sagte VDMA-Geschäftsführer Dr. Bernd Scherer. Dass die Zukunftsaussichten für die hiesigen Milchproduzenten gut sind, zeigten die Referate renommierter Experten aus Forschung und landwirtschaftlicher Praxis. „Die Perspektiven für die Milchwirtschaft sind hervorragend“, resümierte Dr. Torsten Hemme, Agrarökonom und Geschäftsführer des Kieler Milchökonomieinstituts IFCN Dairy Research Center. Denn bis 2025 müsse die globale Milcherzeugung um zusätzliche 200 Millionen Tonnen angehoben werden, um dem starken Nachfrageschub auf den internationalen Märkten gerecht werden zu können. Eine hinreichende Bedarfsdeckung sei langfristig allerdings nur dann realisierbar, wenn der Milchpreis durchschnittlich über 30 Eurocent je Kilogramm liege. Zwar sei dieses Szenario wahrscheinlich, jedoch müsse bedacht werden, dass trotz aller positiven Vorzeichen weiterhin auch mit Volatilitäten in der Marktentwicklung zu kalkulieren sei. Doch auch die Nachfrage wächst gerade in den Schwellenländern kontinuierlich: So hat sich beispielsweise der chinesische Pro-Kopf-Verbrauch von 1996 bis 2009 um das Dreieinhalbfache auf 28 Liter vergrößert; eine weitere Verdreifachung auf 78 Liter sei Fachleuten zufolge in den nächsten 15 Jahren möglich, so Hemme. Besonders profitieren könnten die gut aufgestellten europäischen Betriebe von dieser Entwicklung, sofern agrarpolitisch endlich auf mehr Marktorientierung Wert gelegt werde, betonte Dr. Joachim W. Hesse vom Institut für Agrarpolitik und Marktforschung der Universität Gießen. Zweifellos müsse man sich dabei auch im Klaren darüber sein, den Paradigmenwechsel nach dem Wegfall der Milchquote ab 2015 aktiv zu gestalten – weg von einer staatlich regulierten Marktstützung hin zu einer wettbewerbsbezogenen Marktorientierung. (pd)
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