Donnerstag, 23.02.2012
Nahrungsmittelverluste reduzieren
Berlin - Nach Einschätzung des FDP-Abgeordneten Rainer Erdel müssen die vorhandenen Flächen effizienter genutzt und die Verluste an produzierten Lebensmitteln verringert werden, um eine stabile Versorgung zu gewährleisten.
925 Millionen Hungernde gibt es derzeit weltweit. Der Welternährungstag am 16.10.2011 führte erneut die Dringlichkeit des Themas vor Augen.
Der Welternährungstag dieses Jahres stand unter dem Motto "Lebensmittelpreise - von der Krise in die Stabilität". Um Stabilität zu gewährleisten braucht man nach Einschätzung von Erdel eine gute Versorgung - daher müssen die vorhandenen Flächen effizienter genutzt und die Verluste an produzierten Lebensmitteln verringert werden. In OECD-Ländern gingen bis zu 40% der Lebensmittel bei Verarbeitung, Vermarktung und Verbrauch verloren. Allein in Deutschland landen jährlich 20 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. Dies müsse reduziert werden. Auch die Abfälle sollten einer möglichst sinnvollen Nutzung zugeführt werden - etwa durch die Vergärung in Biogasanlagen.
Die Verluste von Lebensmitteln in den Entwicklungsländern liege oft noch deutlich höher und wäre viel leichter zu bekämpfen. "Bis zu 60 Prozent der Verluste potentieller Nahrungsmittel in Entwicklungsländern sind auf Missernten, fehlende Schädlingsbekämpfung, Ernteund Transportverluste, falsche Lagerung, mangelnde Infrastruktur und unzureichende Möglichkeiten der Weiterverarbeitung zurück zu führen. Durch geringe Investitionen und know-how-Transfer könnte hier schon viel geholfen werden", erklärt Erdel, der erst vergangenes Jahr selbst eine Delegationsreise nach Ostafrika unternommen hat.
"Das Ziel muss sein, dass sich die afrikanischen Staaten selbst mit Nahrungsmittel versorgen können. Die Voraussetzungen was Boden und Klima angeht sind dabei günstiger als gemeinhin angenommen wird. So werden etwa in Ländern wie Äthiopien nur Bruchteile der für Landwirtschaft geeigneten Flächen auch tatsächlich genutzt.
In den letzten Jahren ist der Food Price Index der FAO drastisch gestiegen und hat erst im Februar diesen Jahres erneut einen historischen Höchstwert erreicht.
"Die massiven Preissteigerungen bei manchen Agrarprodukten sind in Industrieländern verkraftbar. In Deutschland werden nur etwa 11% Haushaltsbudgets für Nahrungsmittel ausgegeben. In Entwicklungsländern sind dies oft 60-80%. Besonders jene Entwicklungsländer, die viele Nahrungsmittel importieren trifft dies daher hart", erläutert der mittelfränkische Abgeordnete. (pd)
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