Mittwoch, 23.05.2012
Vermarktungstalsohle durchschritten
Weihenzell/Lks. Ansbach - Jahresversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Ansbach-Fürth
Für seinen langjährigen Einsatz für den Wald ehrte Vorsitzender Herbert Hechtel Konrad Hauenstein (l.), der vor 30 Jahren die Untergruppe Dietenhofen gründete und nun die Geschäfte der FBG-Holzhandel leitet.
Die Forstbetriebsgemeinschaft Ansbach-Fürth, mit 4019 Mitgliedern und fast 20 000 Hektar Wald die größte Waldbauernvereinigung Bayerns, hat dank gestiegener Preise die Talsohle im Holzabsatz durchschritten. Der Stammholzabsatz "flutscht" derzeit geradezu, stellte Vorsitzender Herbert Hechtel bei der Jahresversammlung in der vollbesetzten Hans-Popp-Halle fest. Die Stämme werden abgeholt kaum dass sie eingeschlagen sind. Im Frühsommer gab es allerdings vorübergehend Ärger, weil die Polter zu lange liegen blieben. Wie Geschäftsführer Thomas Härpfer berichtete, war auf dem Höhepunkt der Borkenkäferschäden 2006 der Holzverkauf auf 167 000 Festmeter hochgeschnellt und danach sank die Verkaufsmenge, bis 2009 ein Tiefpunkt mit 33 800 Festmeter erreicht war. 2010 war mit 39 000 Festmeter wieder ein Plus erreicht worden und in diesem Jahr dürften es voraussichtlich 48 000 Festmeter werden. Weil nahezu kein Schadholz durch Borkenkäfer und Stürme angefallen war, ist der Markt nach einem nochmals leichten Preisanstieg weiter aufnahmefähig, stellte Härpfer fest. Nun dürfte seiner Einschätzung nach aber der Preishöhepunkt erreicht sein. Angesichts der Krise an den Finanzmärkten seien längerfristige Prognosen ohnehin nur schwer möglich. Gut laufe auch der Absatz von Brennholz und Hackschnitzeln. Der Geschäftsführer erneuerte auch das Angebot der FBG, bei der Organisation der Durchforstung und der Holzernte behilflich zu sein. In der Rückschau betonte Vorsitzender Hechtel, dass sich der Ankauf einer Immobilie in Neumühle als ein Glückgriff für die FBG erwiesen habe. Hier ist nun auch Gelegenheit, die Vielfalt an Bedarfsartikeln für die Waldbesitzer bereit zu halten. Leitender Forstdirektor Friedrich Luger betonte, dass mit den gestiegenen Holzpreisen erst das Niveau von vor 21 Jahren wieder erreicht wurde. Noch ein großes Rätsel für die Fachleute ist nach seinen Worten das Eschentriebsterben. Luger empfahl deshalb, derzeit bei Neuanpflanzungen nicht zur Esche zu greifen. Andererseits sollten aber die gegebenen Fördermöglichkeiten für den Waldumbau und den Waldwegebau genutzt werden. Nach Lugers Angaben befanden sich zuletzt hinsichtlich der Verbissbelastung nur relativ wenige Hegegemeinschaften im "grünen Bereich". Überall dort, wo der Verbiss zu hoch war, sollen deshalb nicht nur die Hegegemeinschaften sondern auch die einzelnen Reviere begutachtet werden.
Fritz Arnold
Vermarktungstalsohle durchschritten (15.12.2011)
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