Mittwoch, 23.05.2012
Das Vertrauen gespürt
Ebbs/Tirol - Lukas Scheiber neuer Haflinger-Obmann.
Nach turbulenten Zeiten soll beim Haflingerpferdezuchtverband Tirol wieder Ruhe einkehren. Ein Anfang wurde dabei schon mal mit der Vollversammlung gemacht, bei der auch die Neuwahl des Obmanns und Vorstandes auf der Tagesordnung stand. Dabei wurde Lukas Scheiber (wie in der vergangenen Ausgabe bereits kurz berichtet) mit einer großen Mehrheit für die nächsten fünf Jahre ins neue Amt gewählt. Seine beiden Stellvertreter heißen Dr. Georg Bramböck und Anton Schwärzler. Einem Neuanfang steht nun mit dem neu gewählten Team nichts mehr im Wege, verlautete aus der Landwirtschaftskammer. Gemeinsam und schrittweise wolle man nun an der Umsetzung des im vergangenen Jahr erstellten Zukunftskonzeptes arbeiten. Obmann Scheiber möchte mit dem neuen Vorstand eine wirtschaftliche Konsolidierung des Verbandes erreichen und das bisherige Vertrauen der Haflingerzüchter weiterhin "bestätigen und vertiefen". Ebbs soll als Standort der Tiroler Haflingerzüchter weiterhin bestehen und lebendig erhalten bleiben. Als "besonderen Auftakt" des Haflingerjahres wird deshalb auch die diesjährige Hengstkörung in Ebbs gesehen. "Durch die Wahl zum Obmann spüre ich das Vertrauen, das mir meine Züchterkollegen entgegenbringen, dieses werde ich nicht enttäuschen", erklärte Scheiber. Gemeinsam wolle man sich den zukünftigen Herausforderungen stellen und sehe dies als Chance. Mit vereinten Kräften werden wir die Tiroler Haflingerzucht auch für die nächsten Generationen auf solide Beine stellen", so Obmann Scheiber nach seiner Wahl. Über die Aufbruchstimmung nach der Vollversammlung freute sich auch LK-Präsident Josef Hechenberger: "Ich vertraue dem neuen Obmann, dass er diese große Herausforderung sehr gut meistern wird. Gemeinsam mit seinen Funktionären und den Mitarbeitern am Fohlenhof soll das Zukunftskonzept schrittweise umgesetzt werden." Es warte viel Arbeit auf die neue Mannschaft, zu der auch Hannes Neuner (Zuchtausschuss), Lothar Zebisch (Sportausschuss) und Josef Fuchs (Wirtschaftsausschuss) gehören. Grundsätzlich empfiehlt das vorgelegte Sanierungskonzept, sich auf die Kernaufgaben der Zucht zu konzentrieren. Darüber hinaus sollten der Reitunterricht und der Kursbetrieb in Ebbs eingestellt sowie Gestütsbesichtigungen auf ein Minimum reduziert werden. Auch weiterhin sollte auf eine attraktive Form der Präsentation der Pferde nicht verzichtet werden, heißt es in dem Papier. Mit den angeführten Maßnahmen soll beim Haflinger Pferdezuchtverband vor allem eine kostenseitige Stabilisierung erreicht werden. Bei der Umsetzung des Zukunftskonzepts für den in wirtschaftliche Schieflage geratenen Haflinger Pferdezuchtverband Tirol dürfe jedoch die Arbeit der Züchter nicht aufs Spiel gesetzt werden. Gleichwohl bedeute eine Sanierung "Einschnitte und Veränderungen, das ist unbestritten". Es gehe jetzt darum, der Haflingerzucht in Tirol wieder ein "gesundes Fundament zu sichern". Jedenfalls müssten die Errungenschaften aller rund 1100 Haflingerzüchter erhalten werden. Um den Verband zu erhalten, wurde mit Entschließung des Landtages vom November 2010 die Erstellung eines Zukunftskonzeptes in Auftrag gegeben, bei dem die wirtschaftliche und inhaltliche Ausrichtung unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Rechnungshofes im Vordergrund standen. Als "wichtigen Schritt" bezeichnete Hechenberger die Berufung eines neuen Geschäftsführers, der die betriebswirtschaftlichen Geschicke des Verbandes leiten soll. Man suche hier eine geeignete Managementpersönlichkeit, die mit dieser anspruchsvollen Aufgabe betraut werden soll, um mit den neuen Funktionären gemeinsam den Haflingerpferdezuchtverband zu lenken. Bis zur Neubesetzung dieser Position wurde Tierzuchtdirektor Rudolf Hußl mit der Geschäftsführung des Haflinger Pferdezuchtverbandes betraut.
Paul Kannamüller
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