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[ » BLW » Content » Tierhaltung » Rind » Virus ]
Mittwoch, 23.05.2012
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Rind | 16.01.2012 Redaktion BLW

Neues Virus bei Rindern, Schafen und Ziegen

Riems - In Teilen Deutschlands, der Niederlande und Belgiens wurde ein neues Virus im Zusammenhang mit auftretenden Erkrankungsfällen bei Rindern, Schafen und Ziegen nachgewiesen.
Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern.© Pressefoto Angelika Lindenbeck
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Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern.
© Pressefoto Angelika Lindenbeck
Das Friedrich-Loeffler-Institut Insel Riems (FLI) informierte erstmals am 21.11.2011 über den Nachweis eines Virus des Genus Orthobunyavirus in Deutschland. Das Virus wurde durch das FLI in Proben von Rindern aus Nordrhein-Westfalen nachgewiesen, deren Herkunft zur vorläufigen Bezeichnung „Schmallenberg-Virus“ führte. Die Krankheit zeigt sich durch Fieber, starken Milchrückgang und gestörtes Allgemeinbefinden bei diesen Tierarten. In der Regel klingen die Symptome bereits nach wenigen Tagen wieder ab. Problematischer ist dagegen die Infektion tragender Tiere in einem bestimmten Trächtigkeitsstadium, denn sie kann zu Frühgeburten und zur Geburt lebensschwacher, missgebildeter Kälber, Schaf- und Ziegenlämmer führen.
Zwischenzeitlich ist in über 20 Rinder bzw. Schafe haltenden Betrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen das Virus nachgewiesen worden. Ebenso wurden in Belgien und den Niederlanden der Virusnachweis in mehreren Fällen geführt. Bisher durchgeführte Analysen des Erbmaterials des Virus lassen vermuten, dass es sich um ein Virus der Simbu-Serogruppe handelt, zu der auch Shamonda-, Aina- und Akabane-Viren gezählt werden. Von Erkrankungen durch Orthobunyaviren der Rinder wurde bisher aus Asien, Afrika und Australien berichtet. Die Übertragung des Virus erfolgt, wie bei der Blauzungenkrankheit, durch stechende Vektoren, insbesondere durch Gnitzen.
Minister Dr. Backhaus weist darauf hin, dass es im Gegensatz zur Blauzungenkrankheit keinen Impfstoff gibt, mit dem die Tiere vor dieser Infektion geschützt werden können. Tiere können vor Infektionen nur durch Insekten abweisende Mittel geschützt werden. Diese Möglichkeit des Schutzes hat sich allerdings schon im Rahmen der Blauzungenbekämpfung als nicht sehr effektiv erwiesen. Insoweit rät Minister Backhaus den Tierhaltern, Regionen mit ermittelten Fällen in der Zeit der Insektenaktivität zu meiden.
Da bisher ein Zusammenhang zwischen dem Nachweis des „Schmallenberg-Virus“ und den klinischen Erscheinungen weder eindeutig ausgeschlossen noch bestätigt werden kann, sind weitere Untersuchungen u.a. zur Verbreitung der Infektion nötig. Momentan ist auch unklar, ob es sich um den Neueintrag des Virus in Europa handelt oder ob sich das Virus schon seit längerer Zeit unbemerkt hier befindet. „Weil wir hier noch ziemlich im Dunkeln tappen“, so Minister Dr. Backhaus, „bitte ich die Halter von Rindern, Schafen und Ziegen und deren bestandsbetreuenden Tierärzte frühzeitig bei Auftreten der beschriebenen Krankheitsmerkmale zu reagieren und Material zur Untersuchung an das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei einzusenden. Insbesondere sollen Tierkörper missgebildeter Kälber, Schaf- und Ziegenlämmer zur virologischen Untersuchung gelangen.“
Unabhängig davon werden alle Bundesländer in Zusammenarbeit mit dem Institut auf der Insel Riems ein Überwachungsprogramm zur Ermittlung der Verbreitung der Infektion durchführen. Minister Backhaus kann jedoch die Bürger beruhigen, denn nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen handelt es sich bei dem sogenannten „Schmallenberg-Virus“ nicht um einen Zoonose-Erreger, d.h. für den Menschen besteht keine Infektionsgefahr. Die Bundesregierung führt zur zentralen Erfassung etwaiger Fälle eine Meldepflicht für diese Tierkrankheit ein. Weitergehende Informationen zu diesem Thema können der Website des FLI www.fli.bund.de entnommen werden.“ (pd)
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