Mittwoch, 23.05.2012
Forstminister Brunner stellt Waldbericht 2011 vor
München - Bayerns Wälder werden immer vielfältiger, stabiler und strukturreicher. Das geht aus dem Waldbericht 2011 vor, den Forstminister Helmut Brunner heute im Kabinett vorgestellt hat.
© Bettina Stolze / pixelio.de
Danach hat in den vergangenen Jahren der Anteil an Laub- und Mischwäldern ebenso zugenommen wie die Naturnähe und die ökologische Qualität. Brunner: „Der bayerische Weg einer nachhaltigen und naturnahen Bewirtschaftung der Wälder, welche die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes auf ganzer Fläche integriert, hat sich sehr bewährt. Wir werden diesen Weg weitergehen und die Waldbesitzer auch künftig beim Aufbau und der Pflege standortgerechter, leistungsfähiger und klimatoleranter Wälder unterstützen.“
Der in diesem Jahr erstmals als Nachfolger des bisherigen Waldzustandsberichts erstellte und künftig im dreijährigen Turnus geplante Waldbericht stellt die ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Leistungen des Waldes umfassend dar. Im Freistaat wurde dazu in den vergangenen Jahren ein umfassendes Wald-Monitoring-System aufgebaut, das periodische Inventuren mit einem Netz an Dauerbeobachtungsflächen kombiniert. Die Informationen sind laut Brunner eine unerlässliche Grundlage für naturnahe Forstwirtschaft und alle forstpolitischen Weichenstellungen. Zentraler Bestandteil des Waldberichts sind die Ergebnisse der jährlichen Baumkronenerhebung. Danach hat sich die Gesundheit der Waldbäume im Vergleich zum Vorjahr weiter leicht verbessert.
Laut Brunner setzt sich damit der Erholungstrend nach dem extrem heißen und trockenen Jahrhundertsommer 2003 fort, unter dessen Folgen die Wälder jahrelang gelitten hatten. Dass die Blattverluste bei der Buche entgegen dem Trend heuer zugenommen haben, ist dem Minister zufolge auf einen naturbedingten Einfluss zurückzuführen: Die Bäume haben wegen der heuer besonders starken Fruchtbildung viel Energie in die Anlage und Reife der Bucheckern gesteckt. In solchen sogenannten Mastjahren ist die Belaubung naturgemäß geringer. Sorgen bereite dem Minister dagegen das sogenannte Eschentriebsterben, gegen das es trotz intensiver Forschung bislang keine wirksame Gegenmaßnahme gibt:
Rund 60 Prozent der untersuchten Eschen zeigen bereits Symptome dieser Pilzkrankheit. Die Ergebnisse basieren auf einer Untersuchung der Baumkronen durch speziell geschulte Försterinnen und Förster: Mit Hilfe eines Rasters von acht mal acht Kilometern waren dazu im Sommer an bayernweit 371 Inventurpunkten insgesamt knapp 9 000 Bäume erfasst worden.
Als zentrale Herausforderung für den Wald sieht der Minister den Klimawandel. Der Umbau von reinen Nadelholzbeständen in multifunktionale und klimatolerante Mischwälder bleibe auch künftig der herausragende forstpolitische Schwerpunkt. (ps)
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