Mittwoch, 23.05.2012
80 Prozent der Rebfläche Bayerns mit weißen Sorten bestockt
München - Zum 31. Juli 2011 waren in Bayern 6159 Hektar Rebfläche mit Keltertrauben bestockt.
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, entfielen
hiervon mit 4966 Hektar gut 80 Prozent auf weiße Traubensorten und 1193 Hektar
auf rote Sorten.
Nachdem die Weißweinrebfläche seit dem Höchststand im Jahr 1995 (5 750 ha) bis 2009 kontinuierlich
verringert wurde, erfolgte 2011 - wie bereits 2010 - wieder eine geringfügige Ausweitung
der Anbaufläche um 13 ha bzw. 0,3 Prozent. Gleichfalls entgegen der langjährigen Entwicklung
wurde die Rotweinrebfläche binnen Jahresfrist minimal um 9 ha bzw. 0,7 Prozent reduziert.
Die wachsende Bedeutung der roten Traubensorten zeigt jedoch die Entwicklung der
vergangenen 15 Jahre. Während sich seit 1996 der Anbau der weißen Sorten um knapp ein
Siebtel bzw. 784 ha verringerte, hat sich die Fläche der roten Sorten durch einen Anstieg um
fast 830 ha mehr als verdreifacht.
Mit 1 782 ha war der Müller-Thurgau die in Bayern am häufigsten angepflanzte Rebsorte.
Dies entsprach 35,9 Prozent der mit weißen Trauben bestockten Rebflächen. Es folgen der
Grüne Silvaner mit 1 357 ha (27,3 Prozent der Weißweinrebfläche) sowie der Bacchus mit
738 ha (14,9 Prozent). Auf diese drei Rebsorten entfielen somit fast vier Fünftel der mit weißen
Sorten bestockten Fläche.
Bei den roten Sorten favorisierten die Winzer die Domina-
Rebe, die auf 345 ha angebaut wurde. Dies entspricht fast 29 Prozent der Rotweinrebfläche.
Es folgen der Blaue Spätburgunder mit 261 ha (21,9 Prozent der Rebfläche), der Dornfelder
mit 151 ha (12,7 Prozent) sowie die Regent-Rebe mit 142 ha (11,9 Prozent). Drei Viertel der
Rotweinrebfläche waren mit diesen vier Traubensorten bestockt. Während die Rebfläche
des Müller-Thurgau innerhalb von 15 Jahren um gut 34 Prozent bzw. 932 ha reduziert wurde,
wiesen die roten Sorten Domina mit 266 ha sowie Dornfelder und Regent mit jeweils
rund 141 ha im gleichen Zeitraum die höchsten Flächenzuwächse auf.
Gut 99 Prozent der Rebfläche liegt im Anbaugebiet Franken (6 111 ha), lediglich 0,8 Prozent
(48 ha) in den übrigen Gebieten, insbesondere dem bayerischen Teil des Bodensees sowie
in ganz geringem Umfang im Untergebiet der Donau. In Franken sind gut vier Fünftel, in den
übrigen Gebieten gut zwei Drittel der Rebflächen mit weißen Trauben bestockt.
Rund 6 Prozent der gesamten bestockten Rebfläche Deutschlands liegen in Bayern. Damit
nimmt der Freistaat beim Weinanbau mit deutlichem Abstand hinter Rheinland-Pfalz und
Baden-Württemberg die dritte Position ein. (pd)
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