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[ » BLW » Content » Schaufenster » Agrarwelt » Welternährung ]
Mittwoch, 23.05.2012
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Agrarwelt | 13.01.2012 Redaktion BLW

Welternährung sichern

Münster - Die Welternährung sicherzustellen, ist die zentrale Aufgabe des weltweiten Agrarsektors. Dies ist der Tenor der Hauptvortragsveranstaltung der DLG-Wintertagung, die am 12. Januar 2012 in Münster/Westfalen stattfand. Wie dies zu erreichen ist und welche Rolle die Landwirtschaft in Europa einnehmen muss, dazu gab es allerdings unterschiedliche Auffassungen.
Unterschiedliche Auffassungen über die Zielerreichung und die Verantwortung Europas – Hauptvortragsveranstaltung der DLG-Wintertagung in Münster/Westfalen (DLG).  Nach Ansicht von DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer und Prof. Dr. Matin Qaim von der Universität Göttingen muss die landwirtschaftliche Produktion angesichts der weltweit wachsenden Bevölkerung gesteigert werden, was vor dem Hintergrund von Klimawandel und knapper werdender Ressourcen eine große Herausforderung darstellt. Beide betonten, dass hierbei auch Europa Verantwortung übernehmen und durch eine produktive und effiziente Landwirtschaft, insbesondere auf den Gunststandorten, zur globalen Versorgungssicherung beitragen muss. Für den Grünen-Abgeordneten im Europäischen Parlament Martin Häusling ergibt sich Europas Produktivität mitnichten aus der naturräumlichen Gunstlage und landwirtschaftlichen Schlagkraft. Seiner Meinung nach produziert Europa hochgradig ineffizient. Die Produktionsmethoden, insbesondere in der Tierhaltung, hält er für äußerst fraglich. Die Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe Bärbel Dieckmann sieht das Hauptproblem des weltweiten Hungers in der ungleichen Verteilung der Einkommen. Die landwirtschaftliche Überproduktion in Industrieländern kann ihrer Meinung nach kaum dazu beitragen, den Hunger in armen Ländern zu beseitigen. Eine zu große Abhängigkeit der Entwicklungsländer vom Weltmarkt führt nach ihrer Auffassung bei volatilen Nahrungsmittelpreisen zu noch mehr Hunger. Für den Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundeslandwirtschaftsministerin Peter Bleser ist eine Nahrungsmittelsteigerung nur durch eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft zu gewährleisten In seiner Grußansprache betonte er, dass neben der Forschung insbesondere auch landwirtschaftliche Kooperationen mit anderen Staaten von entscheidender Bedeutung sind. So zeigt ein gemeinsames Projekt des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit der Wirtschaft in Äthiopien, dass die Menschen vor Ort ihre Nahrungsmittelproduktion über moderne und Ressourcen schonende Landwirtschaft steigern können. Ferner hält er es für wichtig, gemeinsam Lösungen zur Reduzierung der Ernteverluste und zur Verbesserung der Lagerhaltung zu entwickeln. Auch verwies Bleser darauf, dass vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung und einer gleichzeitig stattfindenden Reduzierung der Anbaufläche eine breite Stilllegung von Flächen, wie sie die EU-Kommission in ihren Plänen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 vorschlägt, der falsche Weg ist. Für den DLG-Präsidenten ist klar, dass eine hochqualifizierte, innovative Region Europa ihre intellektuellen, infrastrukturellen und natürlichen Potenziale - im besten Sinne der Nachhaltigkeit – nutzen muss. Die möglichen Ertragspotenziale sollten dabei unter Einsatz von Know-how und innovativer Technik, ressourcenschonend und unter Beachtung gesellschaftlicher Zusammenhänge ausgeschöpft werden. Dazu bedarf es, so der DLG-Präsident, nicht zuletzt einer intensiven, interdisziplinären und länderübergreifenden Forschung. Auch sieht er die Lösung des Welternährungsproblems zunächst als eine Aufgabe, die in den Ländern des Mangels angegangen werden müsse. Hier seien intelligente, auf die Standorte und ihre sozialen Rahmenbedingungen ausgerichtete Produktionssysteme gefragt. Europas Verantwortung liege im fairen, unbeschränkten grenzübergreifenden Know-how- und Güteraustausch, um den „globalen Brotkorb“ gemeinsam zu füllen. Ein wichtiges Element sind daher die WTO-Verhandlungen, die nach intensiver Diskussion bald zum erfolgreichen Abschluss geführt werden müssen.
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