Mittwoch, 23.05.2012
Zufrieden mit Stabilität in den Ortsverbänden
Würzburg- BBV Unterfranken präsentiert Zahlen und Fakten.
Hatten zum zweiten Mal zum Neujahrspressegespräch in die Hauptgeschäftsstelle Würzburg eingeladen: Bernhard Weiler, unterfränkischer Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbands (l.), und BBV-Direktor Dr. Wilhelm Böhmer.
© Foto: Dähn-Siegel
18 695 Mitgliedsbetriebe in Unterfranken, davon circa 11 000, die aktiv Landwirtschaft betreiben Zahlen und Fakten präsentierte der unterfränkische Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Bernhard Weiler, beim Neujahrspressegespräch in der Geschäftsstelle Würzburg.
Verbandsstruktur
Auf dem Programm stand einerseits ein (Rück-)Blick auf die Situation und Stimmung in der Landwirtschaft und das abgeschlossene Wirtschaftsjahr 2010/11, andererseits ein Ausblick auf das neue Jahr 2012. Die Verbandsstruktur im
BBV zeige sich stabil, der Mitgliederschwund sei dem Strukturwandel geschuldet, berichtete Weiler und verwies auf die weitgehend abgeschlossenen Wahlen auf Ortsebene. Erfreulich sei, dass neue Verantwortliche, auch junge Leute, rund ein Fünftel der Vorstandschaften stellen. Dies lasse erkennen, dass "allen Unkenrufen zum Trotz die Ortsverbände erhalten bleiben sollen". Sowohl Weiler als auch BBV-Direktor Wilhelm Böhmer sahen dies als Zeichen des "gestiegenen Selbstwertgefühls und der Zuversicht". Nicht verwunderlich angesichts des abgelaufenen Wirtschaftsjahres, in dem nach zwei Jahren mit 1500 Euro Bruttomonatseinkommen je Familienarbeitskraft im Durchschnitt 2150 Euro erwirtschaftet wurden. Ferkelerzeuger und Schweinehalter hatten an diesem positiven Trend allerdings nicht partizipiert. EU-Ausgleichszahlungen, die ein großes Maß an Sicherheit böten, eine Preissituation, mit der man zurechtkommen könne, annehmbare Vorverträge all das trage laut Weiler trotz des "Unsicherheitsfaktors Betriebsmittelkosten" zur vorsichtig optimistischen Stimmung bei den Betriebsleitern und ihren Familien bei. Er verwies aber auch darauf, dass die Landwirte ein "schwieriges Anbaujahr" hinter sich haben. Die Auswirkungen der abhängig von Region und Ackerkultur extrem unterschiedlich ausgefallenen Ernte werden sich in den Ergebnissen am Ende des noch laufenden Wirtschaftsjahres widerspiegeln.
Schutz von Nutzflächen
Der BBV-Bezikspräsident ging auch auf das Thema Schutz von Nutzflächen ein. Seit 1970 habe die landwirtschaftliche Nutzfläche allein in Unterfranken um rund 30 000 Hektar rund 7,6 Prozent der heutigen Acker- und Grünlandfläche abgenommen. Ein Flächenverlust von rund drei Hektar täglich in Unterfranken dürfe nicht hingenommen werden. "Bei schrumpfender Bevölkerung geht die Innenentwicklung eines Ortes vor unnötiger Neuerschließung von Baugebieten auf Äckern und Wiesen." Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die infolge von Baumaßnahmen umzusetzen sind, müssten mit der Landwirtschaft abgestimmt werden, forderte er. Auch über die Beratungen über die künftige EU-Agrarpolitik 2014 bis 2020 und die Position des Bayerischen Bauernverbandes dazu wurde gesprochen. "Noch laufen die Beratungen und vieles ist sicherlich ein Stück weit verhandelbar", zeigte sich Weiler zuversichtlich.
Sabine Dähn-Siegel
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