Mittwoch, 23.05.2012
Zwischenbilanz im Nittenauer Modell
Nittenau/Lks. Schwandorf - Der Kampf ist bislang vergebens: Die Zahl des Schwarzwilds wächst in Bayern stetig, trotz lokaler Erfolgsmeldungen über große Strecken. Wie aber weiter vorgehen?
Zwischenbilanz im Nittenauer Modell
Im Raum Nittenau läuft das Projekt "Brennpunkt Schwarzwild Projekte zur Entwicklung innovativer regionaler Konzepte". Es ist das einzige in der Oberpfalz. Insgesamt gibt es fünf Projektgebiete bayernweit. Während eines Informationsabends zogen die Beteiligten eine Zwischenbilanz. Vorgestellt wurde auch das vom Koordinierungsteam erarbeitete Faltblatt "Vermeidung von Schwarzwildschäden in Nittenau und Umgebung". Moderator Niels Hahn, gleichzeitig Leiter des Projekts, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Schwarzwildbestände in den Griff zu bekommen, stellte folgende Ausgangssituation vor: Die Schwarzwildbestände nähmen drastisch zu, die Schäden durch die Schwarzkittel seien sowohl für die Landwirte als auch für die Jäger nicht mehr tragbar. Zwar versuche man in Bayern des Problems mit verschiedensten Ansätzen Herr zu werden, indes mit wenig Erfolg. Deshalb müssten sich alle Beteiligten noch mehr anstrengen. Jäger, Jagdgenossen, Landwirte, Eigenjagdbesitzer, die Vertreter des Bayerischen Jagdverbands vor Ort und der jeweiligen Unteren Jagdbehörde seien mit im Boot. Maximilian Baron von Wiedersperg analysierte die Situation in Nittenau und Umgebung. Hier fänden die Wildschweine seit Jahren sehr gute Bedingungen vor. Die Folge: Sie vermehren sich stark. Er sprach von möglichen Zuwachsraten von 300 Prozent. Nun seien die Jäger gefragt. Doch sei das Schießen eines Wildschweins kein leichtes Unterfangen, sagte er an die Adresse der Landwirte und bat, die Jäger zu unterstützen. Heinrich Hofstetter sprach über die Wildschadensabwicklung. Man strebe immer die gütliche Einigung der Beteiligten an. Was bringen Nachtzielgeräte und künstliche Lichtquellen? Die Nittenauer Jäger probieren es derzeit, teilte Otto Storbeck mit. Doch grundsätzlich sei derlei Technik beim Waidhandwerk verboten. Deshalb habe man den Versuch mit dem Landeskriminalamt abgestimmt, das auch die Spezialwaffen lieferte. Hubert Meier erläuterte Details zu revierübergreifenden Jagden und Dr. Matthias Dees sprach über das geplante Schwarzwildinformationssystem.
Christine Schmid
Zwischenbilanz im Nittenauer Modell (15.12.2011)
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